OMR 2026 und DMEXCO: Was B2B-CMOs von den DACH-Top-Konferenzen mitnehmen sollten
- Stefan Bach

- 18. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen

TL;DR: Zwei Konferenzen prägen den DACH-Marketing-Kalender 2026: OMR Festival am 5. und 6. Mai in Hamburg mit über 67.000 Besuchern, 1.000 Ausstellern und 800 Speakern auf fünf Bühnen — und DMEXCO am 23. und 24. September in Köln mit dem Leitthema Scaling Intelligence. Was B2B-Mittelstand-CMOs aus beiden Events realistisch mitnehmen können, welche Sessions sich lohnen, und wie man dort hingeht, ohne in der Festival-Falle aus Drink-Tickets und Networking-Smalltalk zu versinken.
OMR 2026: Was passiert am 5. und 6. Mai
Das OMR Festival 2026 ist nach den offiziellen Daten das größte digitale Marketing-Event in Europa und füllt zwei Tage lang die Hamburger Messe. Die Programm-Übersicht der Veranstalter listet fünf Bühnen, ein Konferenz-Programm, Masterclasses, Side-Events und eine Expo. Besucher: über 67.000. Aussteller: 1.000-plus. Speaker: 800-plus. Themen-Schwerpunkte 2026: KI im Marketing, E-Commerce, Finance, HR, Sustainability.
Drei Sessions sind für B2B-Mittelständler mit aktueller KI-Marketing-Agenda besonders relevant. Eine offizielle Speaker-Ankündigung von OMR nennt Nick Turley, Head of ChatGPT bei OpenAI, der am 6. Mai zwischen 12:55 und 13:30 Uhr auf der Conference Stage über die Entwicklung von ChatGPT vom Konversations-Tool zum Aktions-Assistenten spricht. Brendon Kraham, VP of Global Search Ads & Commerce bei Google, gibt Einblicke in Agentic Search und den Übergang von statischen Keywords zu personalisierten KI-Erfahrungen mit Gemini. Petra Scharner-Wolff, CEO der Otto Group, und Philipp Justus, VP Central Europe bei Google, diskutieren Agentic Commerce auf der HBO Max Stage.
Eine ergänzende Auswertung der Marketing-Beratung Weventure ordnet die Topics 2026 ein und nennt drei sich abzeichnende Schwerpunkte: KI-native Marketing-Workflows, Creator Economy in B2B-Kontexten, und Retail Media als sich öffnender Werbekanal für Mittelständler.
DMEXCO 2026: Scaling Intelligence in Köln
DMEXCO findet 2026 am 23. und 24. September in Köln statt — wie immer mit einer ausgeprägten B2B- und Tech-Marketing-Note. Die offizielle Conference-Seite kündigt das Leitthema Scaling Intelligence an, das die Kombination aus KI-getriebener Skalierung und menschlicher strategischer Steuerung ins Zentrum rückt. Das Format ist klassischer und konzentrierter als OMR — weniger Festival, mehr Fachkongress mit Expo.
Speaker-Gerüst 2026 (Stand der Vorankündigungen): Marc Opelt, CEO bei OTTO. Vanessa Stuetzle, CEO bei Luqom. Dora Osinde, CCO bei Ogilvy Group Germany. Alma Lipa, CDMO bei L'Oréal DACH. Sir Martin Sorrell, Founder bei S4 Capital. Holger Fischer, Global Head of Brand Strategy bei der Deutschen Bank. Marcel Hollerbach, Chief Innovation Officer bei Productsup. Die Speaker-Mischung deutet auf einen klaren B2B-Schwerpunkt — DMEXCO ist die naheliegendere Wahl für Mittelstand-CMOs, die nach Strategie-Inspiration und nicht primär nach Influencer-Marketing-Inputs suchen.
Welche Konferenz für welche Marketing-Rolle?
Eine pragmatische Heuristik aus drei Jahren Konferenzbesuchen: OMR ist der breitere Pulse-Check der Marketing-Industrie. DMEXCO ist die fokussiertere Strategie-Konferenz für die Tech- und B2B-Seite. Wer beides besucht, bekommt die Vollvariante — wer Zeit oder Budget priorisieren muss, sollte die Wahl an der eigenen Funktion festmachen.
OMR lohnt sich besonders für Marketing-Verantwortliche mit B2C- oder Hybrid-Schwerpunkt, für Content-Teams, für Marketing-Manager mit Inspirations-Bedarf an neuen Tools und Plattformen. Der Festival-Charakter mit 1.000 Ausstellern liefert dichten Tool-Überblick, der in zwei Tagen Standbesuche kaum anders zu bekommen ist.
DMEXCO lohnt sich besonders für Strategie-orientierte CMOs, für Verantwortliche im B2B-Vertrieb-Marketing-Schnittfeld, für Mittelstand-Geschäftsführungen, die einen kompakten Fachkongress dem Marketing-Festival vorziehen. Die Sessions gehen tendenziell tiefer; das Networking ist konzentrierter.
Drei Takeaway-Schwerpunkte für 2026
Beide Events werden 2026 vermutlich um drei Themenkomplexe kreisen, die für deutsche B2B-Mittelständler relevant sind.
Erstens: Agentic AI in Marketing-Workflows. Kein Trend-Buzzword mehr, sondern konkrete Plattform-Frage. Wer von Make, Zapier oder n8n auf die nächste Generation reasoning-fähiger Agents umsteigt, sollte die OMR-Masterclasses und DMEXCO-Sessions zu diesem Thema gezielt abarbeiten — die Tool-Landschaft ändert sich derzeit alle drei bis sechs Monate substanziell.
Zweitens: Creator Economy in B2B. Der DACH-Mittelstand hat das Thema lange ignoriert. 2026 ist der Punkt, an dem es nicht mehr ignoriert werden kann — eine ausgewählte Zahl an LinkedIn-Personen, Branchen-Newslettern und Nischen-Podcasts hat in einigen Branchen messbar mehr Werbewirkung als klassische B2B-Werbung. Beide Konferenzen werden 2026 dazu dedizierte Sessions haben.
Drittens: Retail Media und Sustainability-Reporting. Das eine ist ein neuer Werbekanal, der für B2B-Mittelständler ab einer bestimmten Produktbreite relevant wird. Das andere ist eine Compliance-Pflicht, die ab 2026 für viele DAX-Lieferanten konkret wird — und die deutsche Hidden Champions in der Lieferkette betrifft, ob sie wollen oder nicht. Eine Übersicht der KI-Plattform Moin AI hebt diese Themen für OMR 2026 explizit hervor.
Wie man hingeht, ohne zu versanden
Die ehrliche Konferenz-Wahrheit: Wer ohne Plan nach Hamburg oder Köln fährt, kommt mit einer Tasche voll Tool-Demos, drei Visitenkarten-Stapeln und keinem Erkenntnisgewinn zurück. Eine pragmatische Routine, die im Mittelstand verlässlich funktioniert: Vor der Anreise drei konkrete Fragen formulieren, die das Marketing-Team gerade beschäftigen. Jeden Sessionsbesuch und jeden Standbesuch an diesen Fragen messen. Am Ende des Tages 30 Minuten reservieren, um das Erfahrene zu konsolidieren — was am nächsten Werktag ins Marketing-Stack einzieht, was als Fragestellung im nächsten Quartal vertieft wird, was als Nice-to-Know abgehakt wird.
Was nicht funktioniert: Die After-Show-Party als primäres Networking-Werkzeug. Was funktioniert: Vorab fünf bis acht konkrete Personen identifizieren (LinkedIn-Recherche), die man vor Ort treffen will, und gezielt um Kurz-Termine bitten. Erfahrungswert: Drei substanzielle Gespräche schlagen 30 oberflächliche Smalltalk-Begegnungen.
Hinweis zur DSGVO und zum EU AI Act: Tool-Demos auf OMR und DMEXCO involvieren oft die Übermittlung eigener Daten zur Live-Demonstration. Wer sich Visitenkarten-Demos zeigen lässt, sollte vor Aufnahme der Daten ins Demo-System nachfragen, was mit den Daten passiert — und im Zweifel nur fiktive Daten verwenden.
Vor- und Nachbereitung der DACH-Konferenzen
WILDBACH Digital begleitet B2B-Mittelständler bei der gezielten Vor- und Nachbereitung von OMR, DMEXCO und vergleichbaren Events — mit Fragen-Roadmap, Speaker-Priorisierung und Konsolidierung der Erkenntnisse in konkrete Marketing-Maßnahmen. Erstgespräch: Stefan Bach, bach@wildbachdigital.de, +49 521 80 06 98 32.



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