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Zackenförmige Intelligenz: Warum KI im Marketing einen erfahrenen Menschen braucht

Autorenbild: Stefan Bach
Stefan Bach
1. Apr.
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Mai

Zackenförmige Intelligenz: Warum KI im Marketing einen erfahrenen Menschen braucht

DeepMind-Gründer Demis Hassabis hält AGI innerhalb von fünf Jahren für sehr wahrscheinlich. Mindestens ebenso relevant für den Unternehmensalltag ist ein anderer Begriff aus dem Interview: 'Jagged Intelligence' – zackenförmige Intelligenz. Wer mit KI im Marketing arbeitet, kennt das Phänomen.


In einem aktuellen Interview beschreibt Hassabis ein Grundproblem heutiger KI-Systeme: Sie funktionieren hervorragend, wenn man sie auf bestimmte Weise bestimmte Fragen stellt. Ändert man die Fragestellung auch nur leicht, versagen sie bei Dingen, die eigentlich trivial sein sollten. Hassabis nennt das 'Jagged Intelligence' – eine Intelligenz mit zackigen Kanten, die in manchen Bereichen brilliert und in anderen unerwartet einbricht.


Jeder, der im Marketing mit KI-Tools arbeitet, erkennt das sofort wieder. Claude schreibt einen exzellenten LinkedIn-Post, aber die dritte Variante desselben Themas ist plötzlich generisch und flach. ChatGPT liefert eine präzise Wettbewerbsanalyse, aber bei einer leicht umformulierten Frage erfindet es Quellen. Midjourney erzeugt ein perfektes Key Visual, aber beim nächsten Prompt mit minimaler Änderung kommt etwas völlig Unbrauchbares heraus. Die Qualität schwankt nicht graduell – sie springt zwischen brillant und katastrophal, ohne erkennbares Muster.


Warum das für Marketing-Teams ein strategisches Problem ist


Jagged Intelligence bedeutet, dass man KI-Ergebnisse nicht blind übernehmen kann – auch nicht die guten. Denn das Problem ist nicht, dass KI manchmal schlecht ist. Das Problem ist, dass man nie sicher weiß, wann sie schlecht ist. Ein Mitarbeitender ohne Marketing-Erfahrung kann einen hervorragenden KI-Output nicht von einem halbguten unterscheiden. Er sieht einen professionell formulierten Text und hält ihn für richtig – auch wenn die Kernaussage am Zielgruppen-Bedürfnis vorbeigeht oder die Tonalität nicht zur Marke passt.


Genau deshalb braucht KI im Marketing erfahrene Menschen. Nicht als Blockierer, sondern als Qualitätsfilter. Jemand, der nach 20 oder 30 Jahren im Marketing instinktiv spürt, ob ein Text sitzt oder daneben liegt. Der weiß, dass ein technisch korrekter Claim trotzdem falsch sein kann, wenn er die emotionale Ebene der Zielgruppe verfehlt. KI liefert den Rohstoff in einer Geschwindigkeit, die vor drei Jahren undenkbar war. Aber den Unterschied zwischen brauchbar und wirkungsvoll macht nach wie vor menschliches Urteilsvermögen.


Was das für die nächsten fünf Jahre heißt


Hassabis sagt, AGI könnte 2031 da sein. Selbst wenn es länger dauert: Die KI-Systeme werden jedes Jahr besser, die Zacken werden flacher, die Zuverlässigkeit steigt. Aber sie wird nicht über Nacht perfekt. Die Unternehmen, die jetzt lernen, mit zackenförmiger Intelligenz produktiv umzugehen – die Workflows aufbauen, die Stärken nutzen und die Schwächen auffangen – werden in fünf Jahren die sein, die KI wirklich als Wettbewerbsvorteil einsetzen. Wer wartet, bis KI fehlerfrei ist, wartet zu lange.


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