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Case Study: 403 Prozent Umsatzsteigerung — Wie Marketing und Vertrieb in einem mittelständischen Medienunternehmen zusammengeführt wurden

  • Autorenbild: Stefan Bach
    Stefan Bach
  • 17. Mai
  • 4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Mai

Cover: Case Study: 403 Prozent Umsatzsteigerung — Wie Marketing und Vertrieb in einem mittelständischen…

B&B Media GmbH, Leipzig, war ein mittelständisches Medienunternehmen. Acht Jahre — von 2009 bis 2017 — habe ich dort als Marketingleiter mit Handlungsvollmacht gemäß §54 HGB die Marketing- und Kommunikationsstrategie verantwortet. Parallel zur Marketingfunktion habe ich ein eigenes B2B-Kundenportfolio betreut.


Das messbare Ergebnis aus dieser doppelten Funktion: Eine persönlich verantwortete Umsatzsteigerung von 403 Prozent im B2B-Direktgeschäft, parallel zum Aufbau einer digitalen Markenpräsenz mit über 17.500 qualifizierten Followern.


Ausgangslage: Marketing und Vertrieb in zwei Silos


B&B Media bewegte sich in einem schwierigen Marktumfeld: Mittelständische Medienunternehmen waren zwischen 2010 und 2017 unter massivem Druck — Werbeerlöse erodierten, digitale Wettbewerber drangen in klassische Anzeigenmärkte ein, Vertriebsteams kämpften um Bestandskunden, während Neukundenakquise ins Stocken geriet.


Die strukturelle Schwäche war typisch für viele KMU: Marketing produzierte Kommunikationsmaterialien, Vertrieb arbeitete an Abschlüssen — beide Funktionen liefen parallel, aber nicht koordiniert. Marketing-Kontakte landeten selten als qualifizierte Leads beim Vertrieb. Vertriebs-Argumentationen entwickelten sich unabhängig von Markenbotschaften.


Aus dieser Diagnose entstand eine doppelte Aufgabe: Marketing als Funktion neu aufzubauen, und gleichzeitig die Verzahnung mit dem Vertrieb so eng zu machen, dass Marketing-Output direkt im Sales-Funnel sichtbar wurde.


Strategie: Sales und Marketing als ein System denken


Die Lösung war keine organisatorische Umstrukturierung, sondern eine prozessuale: Marketing- und Vertriebsaktivitäten wurden über einen gemeinsamen Themen- und Kontaktplan synchronisiert. Drei Kernprinzipien:


  • Klare Positionierung als Vertriebsargument — Markenbotschaften wurden so formuliert, dass sie im Verkaufsgespräch tatsächlich nutzbar waren. Keine Marketing-Sprache, die im Sales-Kontext fremd klingt.

  • Saubere Prozesse statt Aktionismus — strukturierte Lead-Nachverfolgung, klare Verantwortlichkeiten an Übergabepunkten, Reporting, das tatsächlich Entscheidungen ermöglichte.

  • Überzeugende Angebote statt laute Werbung — Differenzierung über Angebotsqualität und Beratungskompetenz, nicht über Anzeigenvolumen.



Die persönliche Verantwortung für ein eigenes B2B-Portfolio war dabei kein Nebenprodukt, sondern ein bewusstes Strukturmerkmal: Marketing-Verantwortung ohne Vertriebspraxis produziert oft Strategien, die im Verkaufsgespräch nicht tragen. Die parallele Sales-Funktion sorgte für sofortige Realitätsprüfung.


Maßnahmen über acht Jahre


Integrierte Marketingkampagnen für mittelständische Kunden


Konzeption und Umsetzung mehrerer integrierter Marketingkampagnen — von der Markt-, Kunden- und Wettbewerbsanalyse bis zur operativen Umsetzung. Schwerpunkte: Print-, Radio- und Online-Anzeigengeschäft, Marketing-Materialien, E-Mail- und SEO-Kampagnen, Eventauftritte, Sponsoring-Kooperationen.


Der Aufgabenzuschnitt umfasste außerdem die Übersetzung globaler Marketingstrategie in regionale und produktlinienspezifische Pläne — eine zentrale Herausforderung bei einem Medienunternehmen mit unterschiedlichen Geschäftsfeldern und Zielgruppen.


Digitale Markenpräsenz: 17.500+ Follower


Aufbau und kontinuierliche Pflege digitaler Markenkanäle mit über 17.500 qualifizierten Followern. Bemerkenswert ist nicht die Reichweite an sich — sondern dass die Zahl in einem Zeitraum aufgebaut wurde (2009-2017), in dem die meisten mittelständischen Unternehmen Social Media noch als Nebensache behandelten und ihre Werbeerlöse nicht digital substituieren konnten.


Die Followerschaft war qualifiziert, weil sie aus der Kombination von Fachthemen, lokaler Relevanz und konsequenter Veröffentlichungsdisziplin entstand — nicht aus Reichweiten-Aktionen oder eingekauften Followern.


Direktakquise: 403 Prozent Umsatzsteigerung im persönlich betreuten Portfolio


Parallel zur Marketingleitung wurde ein eigenes B2B-Kundenportfolio aufgebaut und persönlich entwickelt. Der Wachstumshebel war nicht „aggressive Akquise“, sondern Methodik:


  • Klare Positionierung statt Generalisten-Ansatz

  • Saubere Prozesse in der Lead-Nachverfolgung

  • Überzeugende Angebote durch echtes Verstehen der Kundensituation

  • Konsequente Nachverfolgung über sechs bis zwölf Monate hinweg



Das B&B-Arbeitszeugnis von André Behr, damaliger Geschäftsführer, dokumentiert das so: „Herr Bach war eine fachlich und persönlich anerkannte Autorität. Er zeichnete sich durch einen kooperativen Führungsstil in Verbindung mit einer ausgeprägten Motivationsfähigkeit sowie durch große Tatkraft und Ideenreichtum aus. […] Herr Bach erzielte nicht nur immer besonders hochrangige Vertragsabschlüsse und hochwertige Arbeitsergebnisse, sondern gab darüber hinaus den von ihm verantwortlich betreuten Mitarbeitern immer wieder leistungsanspornende Impulse.


Ergebnisse über acht Jahre


  • 403 Prozent Umsatzsteigerung im persönlich verantworteten B2B-Direktgeschäft — dokumentiert und über mehrere Geschäftsjahre nachvollziehbar.

  • Aufbau einer digitalen Markenpräsenz mit über 17.500 qualifizierten Followern.

  • Handlungsvollmacht gemäß §54 HGB erteilt — ein gesellschaftsrechtlich relevantes Vertrauenssignal in die Strategie und Umsetzungsstärke.

  • Integrierte Marketing-Vertriebs-Logik, die nachhaltige Wachstumseffekte produzierte — nicht nur einmalige Kampagnen-Spitzen.

Methodisches Fazit: Was sich aus 403 Prozent für andere Mittelständler übersetzen lässt


1. Sales-Marketing-Verzahnung ist nicht Frage der Organisation, sondern Frage der Prozesse. Die meisten Mittelständler haben Marketing und Vertrieb organisatorisch getrennt — und das wird sich auch nicht ändern, weil unterschiedliche Skill-Profile gebraucht werden. Der Hebel liegt nicht im Org-Chart, sondern in der Prozess-Definition: Welche Marketing-Aktion produziert welche Vertriebs-Übergabe? Welche Vertriebs-Erkenntnis fließt zurück in welche Marketing-Anpassung?


2. Wer Marketing führt, sollte irgendwann selbst verkauft haben. Eine Marketingstrategie, die im Verkaufsgespräch nicht funktioniert, ist akademisch — egal wie elegant sie konzipiert ist. Die parallele Sales-Verantwortung war für die 403%-Zahl entscheidend, weil sie sofortige Realitätsprüfung ermöglichte: Welche Botschaft trägt, welche bleibt im Verkaufsgespräch ohne Anker?


3. Wachstum ist Methodik, nicht Aktivismus. 403 Prozent klingen nach aggressiver Akquise. Tatsächlich war es das Gegenteil: klare Positionierung, saubere Prozesse, überzeugende Angebote, konsequente Nachverfolgung. Vier Disziplinen, keine davon spektakulär. Aber ihre konsequente Anwendung über mehrere Jahre produzierte das Ergebnis.



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